Kinder spielen Detektiv
Kinder haben ja jede Menge Phantasie und das zeigen sie vor allem in den Spielen, die sich einfallen lassen. Im Gegensatz zu den Erwachsenen brauchen sie oft keine teuren Accessoires oder Sportgegenstände um sich zu vergnügen, sondern sie sind oft schon mit wenig zufrieden. So zum Beispiel mit allem, was die Natur hergibt. Als ich klein war, liebte ich es zum Beispiel Steinhäuser zu bauen. Dafür brauchte man nur einige flache Steine und vielleicht noch ein bisschen Gras und Holzstöckchen um das Ganze zu dekorieren.
Genauso haben wir auch immer Baumhäuser im Wald gebaut. Da konnten wir dann eine Zeit lang drinnen spielen bis ein Unwetter unser Kunststück wieder zerstört hatte, aber wir waren prinzipiell sehr ausdauernd und haben dann gleich wieder das nächste gebaut. Besonders praktisch war dieses Ambiente auch um Detektiv zu spielen. Im Wald war es oft sehr unheimlich und düster, das passt also genau für dieses Spiel. Einer war dann der Spion und ein anderer der Kunde. Letzterer hatte dann zum Auftrag eine Detektei beauftragen und diese musste dann bestimmte Sachen ausfindig machen. Im wahren Leben wäre es wahrscheinlich um Ehebruch oder sonstige schlimme Sachen gegangen, aber bei uns wahren es dann so Aufgaben wie im Sommer eine bestimmte Anzahl an Eierschwammerl auszuspionieren oder etwas anderes im Wald zu suchen.
Einmal bekamen wir von meinem Großvater auch noch eine Lupe geschenkt, da haben wir uns gleich doppelt so wichtig und toll gefüllt. Dabei war es nichts besonderes, sondern einfach nur eines aus Plastik. Da hätten dann noch die englische Mütze und die Tweet-Jacke gefehlt. Wieso fragen Sie? Naja ganz einfach: Vorbild aller Detektive war Sherlock Holmes und der war schließlich so angezogen. Deshalb wollten auch wir so sein, aber weiter als bis zu dieser Lupe sind wir nie gekommen.